Eine interessante Frage an Botschafter Graf Lambsdorff wäre in der Tat gewesen warum insbesondere seit der Wiedervereinigung die deutschen Botschafter in Russland mit wenigen Ausnahmen aus adligen Familien kommen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass es auf russischer Seite noch viele adlige Vertreter gibt zu denen jahrhundertelange Traditionen bestehen. Von daher kommt die Ernennung von adligen Botschaftern eher einem „Standesprivileg“ gleich.
Meine Frage an Herrn Graf Lambsdorff lautet:
Welche Antwort würden Sie insbesondere jungen Menschen in Deutschland geben, die
- Russland nicht als Aggressor wahrnehmen,
- Deutschland weder gesellschaftlich, politisch noch militärisch verteidigen wollen,
- und keinen wesentlichen Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur erkennen oder anerkennen?
Wie würden Sie diesen Menschen erklären, warum es wichtig ist, die freiheitlich-demokratische Ordnung Deutschlands zu schützen? Welche Argumente halten Sie dabei für die überzeugendsten?
Ich finde Graf Lambsdorff a) einen interessanten Gesprächspartner (Dank an Ronzheimer für diesen Gast) und b) einen klaren Kopf der nicht rumschwurbelt und c) jemand der glasklar zum Westen, zur NATO, zur Demokratie, zu Israel steht und genau begriffen hat, dass Russland ein imperialistischer, aggressiver Staat ist, gegen den es sich zu schützen gilt, mit dem man aber dennoch sprechen muss.
Den Fehler machen ja viele, dass sie entweder meinen Rüstung allein reiche aus, oder meinen nur das Gespräch reiche aus und Rüstung sei überflüssig. Den Fehler macht Lambsdorff nicht, betont aber die Wichtigkeit permanenter Diplomatie.
Ich empfand Lambsdorff als in sich ruhend und als vollkommen glaubwürdig. Übrigens auch professionell verschwiegen, wenn er darauf verwies über bestimmte Dinge nicht berichten zu können bzw. Fragen umschiffte. Ein noch im Dienst stehender Diplomat kann nicht über alles reden.