Ein interessanter Gast, der sich ersichtlich bemüht offen zu bleiben für alle Richtungen.
Sehr interessant seine Bemerkungen über Leute auf dem Land. Was würde er wohl sagen, wie sich Menschen in Arbeitergegenden in Gelsenkirchen fühlen, wenn er dort lebte? Ist ja das Problem, dass ein großer Teil der Journalisten nicht in diese Viertel geht, weil sie die Leute dort nicht mögen, weder vom Niveau noch von deren politischen Präferenzen her.
Aber bei Drotschmann scheint der Kompass noch zu stimmen, auch wenn mich sein mangelndes Wissen über die Folgen der geplanten „Reform“ des IFG erstaunt hat.
Erstaunt hat mich auch die unkritische Haltung gegenüber sowas wie einer Landesmedienanstalt. Allein der Name Anstalt klingt schon nach Kontrolle, Einsperren, Amtsschimmel. Das steht in einer Linie mit den Meldestellen: Unliebsame Aussagen zu kriminalisieren (Schwachkopf, Lügenfritz) und zu unterdrücken (Höcke nicht unterbrechen u. labern lassen). Zusammen mit Brandmauerverhalten, Demokratie-NGO-Auswüchsen, Herausekeln von Julia Ruhs beim NDR, Wissenschaftsjournalismus im ÖRR, bei dem ein Prof. Lesch als Astronom sich regelmäßig zu Umweltfragen und contra Kernenergie äußert, ergibt das eine dem Zuseher/ Zuhörer aufstoßende Gemengelage.
wobei ich ergänzen möchte:
die Blase (Journalisten, Politiker, Berlin, Großstadt) damit zu verbinden, dass man s.g. „einfache“ Menschen auf dem Land befragt, am Besten mit geringer Bildung und Migrationshintergrund, dass führt zu kurz.
Es gibt ja auch eine sehr breite Schicht von hoch intelligenten, sehr gut ausgebildeten Stadtbewohnern, die ebenfalls im öffentlichen Diskurs nicht vorkommen. Von Ingenieuren, Selbstständigen, Managern, Vermögensverwaltern, Software-Entwicklern, bis zu Lehrern, Ärzte, Anwälte, Richter, und Hochschullehrern.
PS Erinnert mich an diesen Arbeitsamtsmitarbeiter, den wir neulich da hatten - ein sehr gutes Beispiel für jemanden aus der Praxis, der sehr spannende Einblicke gab. Viel spannender als viele s.g. „Arbeitsexperten“ aus der Politik.