Podcast mit Jörg Kachelmann

Kompletter Widerspruch. Und wieder nur Stelter Podcasts als Argumente. Du predigst doch die ganze zeit Mint-Fächer, Wissenschaft etc. wie wäre es mal mit mehr als einer Quelle ?

Es sieht so aus, als ob du auch nicht gerne auf Konter/Argumente eingehst, das kennt man sonst eher aus dem ungebildeten AFD Lager ?

Einmal versuche ich es noch:
Thema Strompreis
1. Es gibt die Förderung seit acht Monaten. Seit Januar 2026 bekommen rund 2.000 energieintensive Unternehmen aus 91 Branchen bis zu 50 Prozent ihres Jahresverbrauchs für 5 ct/kWh. Von der EU-Kommission genehmigt, aus dem KTF finanziert, läuft bis 2028. Zum Vergleich: USA, Frankreich und China liegen bei 6 bis 9 ct. Wir sind damit nicht knapp dran, wir sind drunter. Für genau die Branchen, um die es dir geht, ist der Strompreis als k.o.-Kriterium erledigt.

2. auch ohne Förderung ist die Ausgangsbehauptung falsch. Der Börsenstrompreis lag 2024 im Jahresmittel bei 7,95 ct/kWh und damit unter dem Wert von 2021 mit 9,66 ct, als noch sechs Kernkraftwerke am Netz waren. Der Preisschock, den der Atomausstieg angeblich auslösen würde, ist an der Börse nicht eingetreten. Was den Endpreis für Industriekunden hochhält, sind Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Also Politik und verschleppter Netzausbau, nicht fehlende Meiler.

Thema KI Rechenzentren
Deutsche Rechenzentren wuchsen 2025 um neun Prozent auf 2.980 MW, Anfang 2026 wurde die 3.000-MW-Marke gerissen, 12 Mrd. Euro Investitionen allein 2025, dazu 480 MW in Nierstein und 1.200 MW in Dummerstorf in Planung. „Kann hier nicht entstehen“ beschreibt einen Rekordausbau. Der Engpass ist auch nicht der Preis, sondern der Netzanschluss: 91 Prozent der Branche nennen Stromverfügbarkeit als wichtigstes Standortkriterium, weil Anschlüsse über 50 MW zwei bis fünf Jahre dauern, und die Nationale Rechenzentrumsstrategie priorisiert genau deshalb Genehmigungen und Netzanschlüsse, nicht den Strompreis.

Und dass man Rechenleistung einkauft, macht übrigens Apple seit Januar vor: eine Milliarde Dollar jährlich für ein Gemini-Modell, statt Milliarden in eigenes Training zu verbrennen, das in 1-2 Monaten überholt ist.

Es erschließt sich mir nicht, warum ein Land, das wenig Energie hat, extrem energie-intensive Rechenzentren bauen soll. Was haben wir davon, wenn die Rechenzentren in Deutschland stehen? Ein modernes Rechenzentrum hat so gut wie keine Arbeitskräfte, sondern wird aus der Ferne genutzt und gewartet.
Internationaler Handel hat zur Folge, dass Länder sich spezialisieren. Deutschland hat zum Beispiel die weltweit bedeutendste Firma in Unternehmens-IT und Logistik (SAP) mit einem Quasi-Monopol darauf. Auch in anderen Feldern der Logistik sind wir weltweit führend (DHL, Lufthansa, Hapaq-Lloyd).
Es ist utopisch und unsinnig, sich in einer schnelllebigen Branche wie IT-Rechenzentren als Führungsnation herauszubilden, wo wir weder die Energie dafür haben, die Chips dafür nicht selber herstellen können, und dafür bekannt sind, langsam zu arbeiten.

Einem China-affinen Typ erschließt sich auch nicht, warum man selbst über seltene Erden verfügen und sich die wenig umweltfreundliche Verarbeitung antun sollte, kann man doch seltene Erden von China kaufen.

Warum sollte man energieintensive Industrien nicht abwandern lassen, kann man Stahl doch viel billiger in China kaufen, Chemieprodukte in China und Indien, Rechenleistung in USA.

Kann man so machen, nur muss man dann gegenüber USA und China die Klappe halten und sich deren Willen fügen.

Ich will das nicht!

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