Unterschätzen Politiker und Klimaschützer die Geschwindigkeit der Innovation?

Kerngedanke: wenn man 7% Produktivitätswachstum pro Jahr unterstellt, sind Probleme in 100 Jahren einen Faktor 1000 „abzuzinsen“. Vernünftig ist es daher, erstmal reich zu werden und langfristige Probleme später anzupacken. Das ist kein Kopf in den Sand stecken sondern reine Vernunft.

Zur Mathematik. Bei 7% Wachstum (das ist in etwa die langfristige Kapitalrendite in der Wirtschaft, 100 Jahre Durchschnitt USA stock market) verdoppelt sich Kapital in 10 Jahren. In hundert Jahren wird es also 10x verdoppelt. 2^10 ist ungefähr 1000 (exakter Wert für 100 Jahre 7% Rendite sind 868x)

Vielleicht sollte man daher mehr Ressourcen in den Aktienmarkt stecken, sprich Unternehmen zur Verfügung stellen, die damit zum Beispiel KI oder Roboter entwickeln als mit dem selben Geld eine Klimaschutz-Investition zu machen, die sich vielleicht in 100 Jahren auswirkt (oder auch nicht)?

So schlimm das Klimaproblem ist: vielleicht erledigt es sich von alleine?

Mir scheint es manchmal so, als hätte man im Jahr 1990 eine Milliarde in den flächendeckenden Ausbau von Telefonsäulen an Autobahnen gesteckt statt zu erkennen, dass in wenigen Jahren sowieso jeder ein Mobiltelefon dabei hat. Jetzt kämpfen wir für Tempolimit auf Autobahnen wo vermutlich in 20-30 Jahren es eh keine von Menschen gefahrenen Autos mehr gibt.

We fight the wrong wars.

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Das Argument hat einen wahren Kern: Technologischer Fortschritt verändert die Möglichkeiten radikal. Viele Probleme wirken aus heutiger Sicht unlösbar oder extrem teuer - bis neue Technologien sie plötzlich billig machen. Genau das ist bei Energie schon mehrfach passiert. Die Art, wie in anderen Ländern heute Atomenergie gewonnen wird, hat mit den Visionen und Ängsten der 1950er oder selbst den Reaktoren der 1980er nur noch begrenzt etwas zu tun. Kleine modulare Reaktoren, neue Brennstoffzyklen, mögliche Fusionsansätze, KI-gesteuerte Netze, bessere Speichertechnik - all das zeigt, dass technologische Sprünge reale politische und wirtschaftliche Annahmen komplett entwerten können.

Das Telefonsäulen-Beispiel trifft deshalb einen wichtigen Punkt: Gesellschaften investieren oft gigantische Summen in die Optimierung einer Technologie, die kurz vor der Disruption steht..

Aber der Denkfehler beginnt m.E. dort, wo daraus folgt, dass man langfristige Probleme einfach „später lösen“ könne.

Denn exponentielles Wachstum gilt nicht nur für Kapital, sondern auch für Schäden, Kipppunkte und irreversible Prozesse. Wenn ein Problem später technisch lösbar wird, ist das großartig. Wenn es aber irreversible Folgekosten erzeugt, hilft der spätere Reichtum nur begrenzt. Ein ausgestorbenes Ökosystem, destabilisiertes Klima oder geopolitische Verwerfungen lassen sich nicht einfach mit einem größeren Depot „zurückkaufen“.

Das eigentliche Problem ist also nicht Wachstum vs. Klimaschutz. Das ist ein falscher Gegensatz.

Die entscheidende Frage lautet eher:
Welche Investitionen erhöhen gleichzeitig unseren zukünftigen Wohlstand UND unsere zukünftigen Handlungsmöglichkeiten?

Und da wird es interessant:
Investitionen in KI, Robotik, Energieinnovation, Kernfusion, neue Nukleartechnik oder CO₂-freie Grundlast sind eben nicht das Gegenteil von Klimaschutz könnten der effizienteste Klimaschutz überhaupt sein.

Historisch wurden große Umweltprobleme selten durch Verzicht gelöst, sondern fast immer durch technologische Überlegenheit:

  • Walöl wurde nicht durch Moral ersetzt, sondern durch Petroleum.
  • Pferdemistprobleme in Städten verschwanden nicht durch weniger Mobilität, sondern durch Autos.
  • Luftverschmutzung sank durch bessere Technik, nicht durch Stillstand.
  • Mobiltelefone machten ganze Infrastrukturklassen obsolet.

Insofern stimmt dein Punkt:
Es ist plausibel, dass viele heutige Klimadebatten zu stark auf Verzicht, Regulierung und Symbolpolitik fokussiert sind, während die eigentliche Lösung wahrscheinlich aus Energieüberfluss, Automatisierung und technologischem Fortschritt kommen wird.

Gerade Atomenergie ist dafür ein gutes Beispiel. Die gesellschaftliche Debatte behandelt sie oft wie eine statische Technologie aus den 1970ern, obwohl sich die technischen Konzepte massiv weiterentwickeln. Viele Diskussionen wirken tatsächlich so, als würde man die Zukunft mit dem Technologiestand von gestern planen.

Trotzdem bleibt ein Unterschied zwischen:
„Wir sollten smarter investieren“ und „Das Problem erledigt sich vielleicht von alleine“.

Denn technischer Fortschritt passiert nunmal nicht magisch. Er braucht Kapital, Forschung, politische Stabilität und Zeit. Wenn man alles auf zukünftige Wundertechnologien verschiebt, geht man eine Wette ein. Und zwar eine mit potenziell sehr asymmetrischem Risiko.

Vielleicht lautet die vernünftigste Position deshalb: Nicht „weniger Wachstum für das Klima“ - sondern „mehr Wachstum durch bessere Technologie, damit wir Klima-, Energie- und Wohlstandsprobleme gleichzeitig lösen können“.

Wäre in jedem Fall mal eine Folge wert… gibt es Gäste zu dem Thema, die Euch einfallen?

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Lieber Herr Ronzheimer und Team,

ich finde, man sollte bei diesem Thema vorsichtig sein mit einfachen Gegensätzen wie ‚Klimaschutz gegen Innovation‘ oder ‚Politik gegen Wirtschaft‘. Gerade Deutschlands wirtschaftliche Stärke beruhte historisch oft darauf, neue Anforderungen technologisch zu beantworten – nicht darauf, Probleme auszusitzen.

Natürlich braucht es Innovation. Aber Innovation entsteht nicht einfach automatisch, weil man nur genug daran glaubt. Viele der Technologien, die heute als Zukunftslösungen gelten, wurden durch öffentliche Investitionen, staatliche Forschung, klare Regeln und gesellschaftlichen Druck überhaupt erst relevant. Das Internet, moderne Batterietechnik, Halbleiterforschung oder erneuerbare Energien sind keine Zufallsprodukte eines völlig freien Marktes.

Deshalb greift die Vorstellung zu kurz, Klimaschutz sei bloß eine ideologische Last für die Industrie. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, industrielle Stärke, soziale Stabilität und ökologische Modernisierung zusammenzubringen. Länder wie China oder die USA investieren derzeit massiv in Zukunftstechnologien – nicht aus Romantik, sondern aus strategischem Eigeninteresse. Wer sich dieser Entwicklung verweigert, riskiert langfristig Wettbewerbsfähigkeit und technologische Abhängigkeit.

Zudem irritiert mich ein Tonfall, der politische oder gesellschaftliche Kritik indirekt als innovationsfeindlich darstellt. In einer Demokratie ist es legitim, über soziale Folgen, Umweltkosten oder Machtkonzentrationen zu diskutieren. Fortschritt bedeutet nicht nur schneller, größer und profitabler – sondern auch verantwortlicher und nachhaltiger.

Gerade deshalb wäre es spannend, solche Themen nicht nur mit Wirtschaftsvertretern oder politischen Zuspitzern zu diskutieren, sondern auch mit Menschen aus Wissenschaft und Forschung. Ich fände beispielsweise ein Gespräch mit Frau Professorin Antje Boetius sehr interessant. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit einem ruhigen, differenzierten Blick auf Klimawandel, Technologie und gesellschaftliche Transformation. Das könnte helfen, die Debatte aus der ständigen Empörungs- und Lagerlogik herauszuholen.

Denn am Ende geht es nicht um die Frage ‚Klimaschutz oder Innovation‘, sondern darum, wie eine moderne Industriegesellschaft ihre Zukunft gestaltet, ohne die Grundlagen ihres eigenen Wohlstands zu zerstören.

Herzliche Grüße Ulrich C.

Hallo Ulrich,
ich sehe das anders (als jemand, der in staatlicher Forschungseinrichtung arbeitet). Der Staat kann natürlich gewisse Grundlagen schaffen, insbesondere die Grundlagenforschung fördern. Aber Innovationen und neue Technologien entstehen weitaus effizienter in einer freien Marktwirtschaft.
Beispiel KI. Die Summen, die momentan in KI investiert werden, würde KEIN staatlicher Akteur jemals aufbringen können. Anderes Beispiel: EUV-Lithographie. Keiner hat daran geglaubt bis es gemacht wurde.
Ich denke daher, es sollte eher mehr Kapital in der freien Wirtschaft sein, also mehr Risikokapital vorhanden sein, weniger Staatsquote.

Danke Daniel, dass Du meine These grundsätzlich teilst.

Deine Ausführungen zu moderner Kernenergie halte ich persönlich für inhaltlich falsch, aber meine Kernaussage ist ja letztlich, dass das der Markt regeln wird. Insofern müssen wir uns darauf auch gar nicht einigen. Der Staat muss so was gar nicht regeln oder fördern. Wenn moderne Kernenergie Sinn macht, wird der Kapitalmarkt dafür Geld finden.

Auch wenn es ein Nebenkriegsschauplatz ist: es gibt massive Skalenvorteile bei Kernkraftwerken, die für große Anlagen sprechen. Für eine 10x größere Anlage braucht man eben nicht 10x mehr Investition, Bedienpersonal, Sicherheitspersonal, Turbinen, etc. Das ist wie mit Containerschiffen: je größer desto besser. Bis zur technologischen Maximalgröße (irgendwann ist ein Containerschiff so groß, dass es auseinander bricht).

Aber wie gesagt: wenn jemand ein modulares KI gesteuertes Atomkraftwerk baut, was sicher ist, und die Endlagerfrage ebenfalls mit bezahlt sowie das Risiko von Unfällen nicht auf den Staat abwälzt sondern versichert: dann bin ich 100% begeistert. Ich habe so ein überzeugendes Konzept allerdings bisher nicht gesehen (obwohl ich durchaus die Fachliteratur dazu verfolge)

Zuletzt will ich klarstellen: ich habe nicht gesagt, dass sich „das Problem von alleine erledigt“ sondern, dass wir in 100 Jahren unvergleichlich mehr Ressourcen haben werden, das Problem anzugehen, weil wir bis dahin einen Faktor 1000 reicher sein werden (als Gesellschaft).

Zu der Box „Wäre in jedem Fall mal eine Folge wert… gibt es Gäste zu dem Thema, die Euch einfallen?“ fällt mir jetzt niemand spontan ein. Verfechter von Marktwirtschaft sind in Deutschland in der Öffentlichkeit rar. International stehen natürlich erfolgreiche Unternehmensgründer a la Musk für diesen Ansatz der schnellen Innovation durch Risikokapital. Am ehesten vergleichbar in Deutschland vielleicht die Samwer Brüder? Die haben zwar nicht so viel mit Technologie zu tun (eher Internet, also Geschäftsmodelle) aber immerhin mit Innovation

In dem Podcast mit Bjørn Lomborg werden einige meiner Ideen vorgebracht. Herr Lomborg scheint ein ausgewiesener Klima-Ökonom zu sein, der die wirtschaftlichen Folgen sehr gut einschätzen kann. Das wäre ein toller Gesprächspartner über die volkswirtschaftlichen Strategien gegen Klimawandel. Er sieht sehr klar, wie man hier Kosten abwägen muss, denn andere Probleme wie Armut, Krankheit und so weiter sind eben auch da. Es kann durchaus sinnvoll sein, erstmal andere Probleme zu lösen, mehr Wohlstand zu erzielen, und dann den Klimawandel angehen. Genau das habe ich als These aufgestellt und er hat diese Dinge viele Jahrzehnte durchdacht und alle Daten dazu im Kopf.

Ich nominiere ihn daher für einen Podcast.

Es lohnt sich das Buch „33 erstaunliche Lichtblicke“ von Axel Bojanowski zu lesen oder Podcasts mit ihm zu hören

oder mit Dr. Daniel Stelter

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Ich kann den Gedanken nachvollziehen, aber ich denke man überschätzt dabei schnell, wie viel Zeit wir noch haben. Die berühmten Kipppunkte haben wir bisher oft schon schneller erreicht, als erwartet. Der Ozeon heizt sich schneller auf als erwartet. Wetterextreme kommen schneller als erwartet.

Die gesamte Welternährung beruht auf knapp 10 Pflanzenarten, die wir gezüchtet haben, um möglichst viel Ertrag zu bringen. Leider sind diese hochspezialisierten Pflanzen dadurch sehr empfindlich, was klimatische Veränderungen angeht. Fallen einiger dieser Pflanzen durch Klimaveränderungen oder Schädlinge flächendecken aus, hat das verherende Folgen wir die Weltbevölkerung.

Das mögen wir in Europa durch Forschung und Entwicklung in robustere oder andere Pflanzen abfangen können, aber große Teile der Welt werden diesen Luxus nicht haben. Schon jetzt ist das Wasser in vielen Regionen der Welt knapp. Schon jetzt gibt es Unruhen und Fluchtbewegungen auf Grund Wassermangel und klimatischen Veränderungen.

Ich glaube nicht, dass wir noch 30 Jahre haben ohne massive Probleme durch den Klimawandel zu sehen.

Hallo Tim,
ich teile Deine Einschätzung so nicht.

  • Kipp-Punkte sind extrem umstritten in der Forschung. Theoretisch kann es so was geben, aber welche genau, wann und wo - das ist nicht klar. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Kipppunkte extrem träge sind.
  • Es ist unklar, was ggf. die Folgen wären. Evtl. würde ja die Sahara wieder fruchtbar, wie sie es schon mal war?
  • Kipppunkte sind Alarmismus, der kontraproduktiv ist für die politische Debatte imho.
  • Durch mehr Innovation und Forschung gelingt uns die Anpassung von Pflanzen. Das wäre ggf. auch nicht teuer, da Pflanzen „von alleine“ wachsen. Siehe Indien. Siehe China.
  • Das Narrativ, dass Hungersnöte drohen, ist völlig falsch. Wir könnten problemlos die Nahrungsmittelproduktion um ein Vielfaches steigern, wenn man mehr Wohlstand hätte. Die Begrenzung ist momentan die mangelnde landwirtschaftliche Produktivität in armen Ländern, also der Wohlstand! Also: erstmal mehr Wohlstand erzeugen, dann Hunger bekämpfen.
  • Es gibt nicht „schon jetzt“ Unruhen und Fluchtbewegungen auf Grund von Wassermangel und klimatischen Veränderungen, sondern wegen Korruption und Überbevölkerung. Teure Klimamaßnahmen ändern an diesen Ursachen nichts, im Gegenteil.
  • In Ländern mit korrupten Regimen und Geburtenraten >4 ist eine Hungersnot unausweichlich, bei jedem Klima. Wenn Überbevölkerung (in Afrika) das zentrale Problem der Menschheit ist, wäre es nicht sinnvoll, sich diesem Problem zuzuwenden, statt Ressourcen auf Klimawandel zu lenken?
  • Deutschland im Speziellen wird keine klimatischen Probleme bekommen, unter keinen Szenario. Wir haben auch keine Überbevölkerung oder Nahrungsmittelprobleme (im Gegenteil). Wenn in Afrika mehr Menschen leben als dort ernährt werden können, sollte man dann nicht dort ansetzen?

Fazit: ich bin nicht so pessimistisch. Die Zukunft vorhersagen ist nie 100% möglich. Es gibt also keine wissenschaftlich präzise Möglichkeit, unsere unterschiedlichen Einschätzungen zu bewerten.

Ich gebe allerdings zu bedenken, dass selbst wenn man Kipppunkte voraussetzt, es unklar ist, ob wir überhaupt verhindern können, dass diese überschritten würden, selbst wenn man radikale Maßnahmen umsetzt. Eine harte Evidenz, dass diese oder jede Maßnahme tatsächlich so etwas verhindern könnte, gibt es meiner Meinung nach nicht.

Ich halte Geburtenkontrolle in Afrika und das Verhindern von Kriegen für größere Aufgaben als Klimawandel bekämpfen. Das Klimaproblem wird sich sowieso nur durch Innovationen lösen lasen, also bessere Gentechnik (also bessere Landwirtschaft), saubere und nachhaltige und gefahrlose Energiequellen. Je mehr Wohlstand wir haben, desto mehr können wir in die Entwicklung dieser Ressourcen stecken.

Tut mir Leid, ich glaube da bist du zum Großteil einfach falsch informiert. Die Kipppunkte sind mittlerweile in der Wissenschaft anerkannt, der nächste IPCC Bericht wird ein eigenes Kapitel darüber haben.

Die Pflanzen machen alles andere als „von alleine“ wachsen. Modernes Saatgut ist ein Produkt jahrelanger Forschung, aufwändiger Bewässerung und Düngung. Grade mit dem Klimawandel muss hier mehr investiert werden. Es wird geschätzt, dass jedes Grad Erderwämung die globale Kalorieproduktion um 120 kcal pro Person senkt. Dein „in den Wohlstand investieren“ sind da doch quasi Klimamaßnahmen.

Klimatische Veränderungen sind zwar nicht klar Auslöser von Flucht und Unruhen, aber es beünstigt diese eben. Ist natürlich auch ulkig, wie du einerseits davon redest, man könne wesentlich mehr Nahrungsmittel produzieren andererseits aber von einer Überbevölkerung Afrikas warnst.

Ich weiß nicht, was du in den letzten 10 Jahren so gemacht hast, aber wir haben in Deutschland bereits klimatische Probleme: Hitzewellen, Dürresommer, Starkregen wie im Ahrtal 2021, der Rhein ist momentan kaum befahrbar.

Es gibt keine Kipppunkte, jedenfalls wissenschaftlich müssten Sie dann bitte mal Ihre Quellen zu deren Beleg nennen.

Die Ernährung von 10 Hauptpflanzen beruht auf Effizienz. Eine Kartoffel hat eben gewisse Vorteile. In Afrika haben bestimmte andere Pflanzen Vorteile. Ist doch lachhaft aus allem immer Katastrophen ableiten zu wollen.

Immer mehr Menschen haben Zugang zu sauberem Wasser, immer weniger Menschen verhungern, immer weniger Menschen kommen durch Naturkatastrophen ums Leben. Unbestreitbare Zahlen, wie die unbestreitbar gute Trinkwasserqualität in Deutschland.

Ja, es gibt Klimawandel. Er ist durch uns in Deutschland unaufhaltsam, mit unseren 1,2% Anteil am CO2-Ausstoß. Wir sollten unsere Kraft in Anpassungsmaßnahmen stecken und darein bevölkerungsstarken aufstrebenden Gesellschaften (Indien..) durch von uns entwickelte Techniken zu einem CO2-ärmeren Aufstieg zu verhelfen, statt bei uns Degrowth zu predigen.

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Wieso genau bedeutet Klimawandel bekämpfen bei uns Degrowth? China ist weltweit Nummer 1 was den Ausbau erneuerbare Energien angeht und hat eine klare Elektroauto Strategie. Von Degrowth sehe ich in China nicht viel.

Übrigens sind wir als Europa (ohne Russland) für 22% der Treibhausgase in der Athmosphäre verantwortlich. Ist das kein relevanter Anteil?

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Es bestreitet keiner (ernsthaft), dass es grundsätzlich in einem nicht-linearen System sogenannte „tipping points“ gibt.

  • Wo genau diese beim Klima liegen und was dann passiert, ist hingegen nicht seriös bezifferbar.
  • Was kann man daraus für Konsequenzen ziehen?
  • Offenbar machen solche Kipppunkte, die man nicht genau kennt, die Vorhersagen mehr oder minder unmöglich. Man weiß schlichtweg nicht genau, was passiert.
  • Was bedeutet das? Manche, wie @Tim, schließen daraus, dass man mit dem schlimmsten rechnen muss. Manche, wie @Kuesdennebel meinen, dann passiert schon nichts („wird schon gutgehen“). Einen rationalen Umgang mit Unsicherheit ist beides nicht, imho.

Ich sehe in Deutschland in den letzten Jahren keine großen Katastrophen. Ahrtal war eher ein organisatorisches Versagen als eine existentielle Katastrophe. 1947 war der Rhein auch trocken. Es ist eben ab und zu mal im Sommer trocken. Ja und? Ich sehe da jetzt nicht so das riesige Problem. In Italien ist es viel trockener und dort leben die Menschen seit tausenden von Jahren sehr glücklich.

Also ich bin jedenfalls mit dem Klima in Deutschland sehr zufrieden. 2-3 Grad mehr und etwas weniger Regen würde ich sogar begrüßen. Ich fände ein Klima wie Italien sehr angenehm. Meine Tomaten wachsen jedenfalls besser dann.

Zur Überbevölkerung: Sie haben das Argument nicht verstanden. Wenn ich 4-6% Bevölkerungswachstum habe, ist jede Maßnahme sinnlos. Dann verdoppelt sich die Zahl der Menschen alle paar Jahrzehnte. Egal, was man macht: es wird Hunger geben in so einem Land. Nicht umsonst hat China mit der Ein-Kind-Politik angefangen bevor der Wohlstand gewachsen ist, und hat Indien, das viel bessere Voraussetzungen hatte, weit überholt. Das Problem in Afrika ist nicht das Klima, sondern die hohe Geburtenrate und die verbreitete Korruption, die schwachen staatlichen Strukturen, die einen wirtschaftlichen Fortschritt unmöglich machen.

Ich finde den Ansatz Sachverstand statt nur starker Meinung unterstützenswert. Ich schlage Mark Lawrence vor. https://m.youtube.com/watch?v=D40aFDryeIE

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Kernkraftwerke benötigen Wasser zur Kühlung. Ist gerade ein bisschen knapp. Aber warten wir mal ab. Nächstes Jahr regnet es bestimmt ein bisschen mehr und wir werden eine gute Idee haben, wie wir wieder Eis auf die Gletscher bekommen [Ironie Ende] - Sorry, aber mit dieser „der Markt / die Innovation wird‘s schon richten“ -Philosophie kann ich in diesem Zusammenhang nicht viel anfangen. Der saure Regen und die Ozonloch Problematik sind nicht von alleine weg gegangen. Da wurde gehandelt.

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